vhs/sg „Singen macht Spass, Singen tut gut, ja, Singen macht munter und Singen macht Mut! Singen macht froh und Singen hat Charme, die Töne nehmen uns in den Arm. All unsere Stimmen, sie klingen mit im grossen Chor, im Klang der Welt!“ Mit diesem frischen Lied begann das Konzert am Samstag den 23.03.13 im Altersheim St. Martin, Muri, und genau nach diesem Motto hat der VHS-Chor die letzten 5 Montagabende geprobt, gesungen, gesummt oder gar jubiliert.
Nach einer kurzen Begrüssung gab der Chor weitere Stücke zum Besten, bevor er sich unter die Anwesenden verteilte und gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Besuchern des Altersheimes altbekannte Lieder sang. Auch unbekannte, indianische, afrikanische und schottische Stücke kamen vor, viele Lieder mit philosophischen, besinnlichen Gedanken, oder solche aus glamourösen Filmen, so z.Bsp. „beginne jeden Morgen, mit heiteren Gedanken“, „Abendstille überall“, „the river she is flowing“, „my bonny is over the ocean“, „que serà“, „die Gedanken sind frei“, „über abendstille Auen geht der letzte helle Schein“,“ von guten Mächten treu und still umgeben“. Nach den ruhigen Schlussklängen verspürten die Singenden nochmals Lust, ein temperamentvolles, zackiges Lied anzustimmen und trugen voll Begeisterung „Yakanaka Vhangeri“ vor.
Seit Jahren darf sich der VHS-Chor auf die Leitung von Fritz Berger, Waltenschwil, verlassen. Ebenso seit Jahren, zum Teil sogar seit Gründung des Chores, kommen viele Teilnehmende immer wieder in den Kurs, treffen Altbekannte und auch neue Mitglieder. Und jedes Jahr darf der Chor im Anschluss ans Konzert im Alterswohnheim St. Martin Wurst, Brot und Getränke geniessen und sich dabei schon auf das nächste Jahr freuen. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten. Wir kommen sicher wieder.
Artikel im „Der Sonntag, Aargauer Zeitung“ vom 2. Dezember 2012
«Hello, how are you»
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VON GRAZIELLA JÄMSÄ
In der «Bar Babylon» in Muri gibts keine Sprachbarrieren
Mit «Bar Babylon» hat die Volkshochschule Oberes Freiamt ein neuartiges Angebot geschaffen. Kundig moderiert, unterhält sich eine Gruppe unterschiedlichster Menschen in der gewählten Fremdsprache. Ein Selbstexperiment.
Kurz vor 20 Uhr, ich sitze bereits am «Bar Babylon»- Tisch im Ochsen in Muri und bin aufgeregt. Ich habe viele Jahre Englisch gelernt, doch das letzte ernsthafte Gespräch in dieser Sprache ist mehrere Monate her. Die Tür geht auf, eine Gruppe betritt das Lokal und schart sich um den «Stammtisch». Moderatorin Pamela Biondo stellt sich mir auf Englisch vor. Auch die Begrüssung der Frauen und Männer um mich herum verläuft Englisch. «Hello, how are you?» Rasch setzen sich alle, die Getränke werden geordert, doch Stille lässt Pamela Biondo gar nicht erst aufkommen. Sie sei beim Aufräumen auf diesen kleinen New York Führer gestossen, erzählt sie und reicht das flexible Büchlein herum. «War jemand von euch schon dort?» Eine Teilnehmerin spricht von ihrer geplanten Reise, von den Sehenswürdigkeiten, die sie interessieren. Ich habe keine Schwierigkeiten, dem Gespräch zu folgen. Doch wenn ich mich äussere, fehlen mir immer wieder Worte. Krebs ist cancer, aber was heisst Krankheit auf Englisch? Pamela Biondo oder andere Teilnehmer helfen schnell aus, damit das Gespräch weiterläuft. Von New York zum Fernsehen, zur Medizin, zu Recherchemethoden der Polizei – unzählige Themen kommen zur Sprache. Pamela Biondo die Übersicht, holt die schüchternen Teilnehmer mit gezielten Fragen immer wieder ins Gesprächzurück. Die Stimmung ist gut. Ich bin fasziniert, wie die Fremdsprache Menschen miteinander sprechen lässt, die sich sonst kaum treffen würden. Während ich an unserem Tisch zuhöre, werfe ich immer mal wieder einen Blick auf die spanisch sprechende Gruppe. Auch sie scheint sich zu amüsieren. Kurz nach 21 Uhr, wir sprechen gerade über unterschiedliche Sprach- und Lernbegabungen, zeigt mir meine Müdigkeit, dass ich genau das seit einer Stunde tue: lernen. Aber ich fühle mich nicht unter Druck, Schulgefühle kommen keine auf. Ich bezahle mein Getränk, gebe etwas ins Sparschwein der Moderatorin. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schauen mich fragend an.«Are you leaving?» Ich nicke und verlasse winkend den äusserst lehrreichen Stammtisch. Doch mit dem festen Vorsatz, mir die kommenden Daten im Jahr 2013 gleich in der Agenda zu notieren. Informationen zum Sprachenstammtisch der Volkshochschule Oberes Freiamt auf
Mitte November führten wir einen Kurs zum Thema Feuerlauf / Feuertanz durch. Eine Teilnehmerin berichtet:
Einige wissen bereits, was auf sie zu kommt, denn sie sind „Wiederholungstäter,“ wie Otti Gerber, der dienstälteste Feuerlaufleiter der Schweiz es so schön formuliert. Die Überwindung der persönlichen Angst oder die Erfahrung über die Macht des Unterbewusstseins kann ein Grund sein, um sich für den Feuerlaufkurs anzumelden. Neugier und pure Lebensfreude ein anderer. Nach den Gründen für unsere Teilnahme wurden wir zwar nicht gefragt, aber es war ja auch viel wichtiger, uns auf die lauernden Gefahren des Feuers aufmerksam zu machen! Die Vorbereitungen dauerten mehrere Stunden. Mit Hilfe von Atem- und Medidationsübungen lernten wir, uns auf den Moment zu konzentrieren, dem eigenen Schatten zu begegnen, die eigene Kraft zum Positiven zu wandeln, auf die innere Stimme zu hören und unsere selbstheilenden Kräfte zu wecken. Dank den guten Vorbereitungen haben es in Boswil 21 Läufer geschafft übers Feuer zu gehen, ohne sich dabei die Füsse zu verbrennen!
Die vielen einmaligen Eindrücke dieses Nachmittags und Abends, lassen sich nicht in Worte fassen. Ich werde auch ein Wiederholungstäter!
Zwei Moderatorinnen der „Bar Babylon“ stellen sich vor.
vhs/sl „Das Schlimmste wäre, wenn niemand kommt“, lacht Rae und beantwortet damit die Frage nach ihren ärgsten Befürchtungen ihre Aufgabe betreffend. Rae Paprotta ist Moderatorin in der „Bar Babylon“, dem Sprachenabend der Volkshochschule Oberes Freiamt. Sie betreut abwechselnd mit der New Yorkerin Pamela Biondo die englische Gesprächsrunde. Rae selbst kommt aus Calgary in Kanada, ist seit 11 Jahren in der Schweiz und lebt mit ihrer Familie in Muri. Sie unterrichtet in Besenbüren eine 5. Klasse in Englisch und arbeitet ehrenamtlich für die Ludothek. „Das Moderieren macht mir grossen Spass. Spannend ist auch, dass ich nie genau weiss, wer am Abend an meinem Tisch sitzen wird und wohin sich das Gespräch entwickelt.“ Sie treffe auf Menschen aus allen Schichten und Altersgruppen, jeder mit einer eigenen Geschichte. Und natürlich mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen, was aber überhaupt kein Problem sei. „Diese Gesprächsrunde ist ja da, um das Sprechen und Verstehen zu trainieren. Ich erlebe auch, dass die Teilnehmer geduldig und wohlwollend miteinander umgehen, egal wie gut die Kenntnisse sind.“ Sie wünscht sich, dass niemand sich entmutigen lässt, nur weil die eigene Ausdrucksfähigkeit noch nicht so ist, wie man es gern hätte. Wenn sich genügend Leute anmelden, könnte die Gruppe auch in zwei Stärkeklassen aufgeteilt werden.
Angelica Trachsel ist ebenfalls an der „Bar Babylon“ engagiert, sie moderiert die spanische Tischrunde. Für sie ist es eine gute Gelegenheit mit Leuten in Kontakt zu kommen. Angelica ist erst letzten Mai aus dem Norden Kolumbiens in der Schweiz gekommen und lebt in Muri. In Kolumbien studierte sie zwei Jahre Industrie-Ingenieur bis ihrer Familie das Geld für die Uni ausging und sie einen Job bei einer Bank annahm. Nun lernt sie fleissig deutsch und hofft, auch hier wieder eine Arbeit finden zu können. „Ich lerne gerne Leute kennen und weil ich selbst noch nicht gut deutsch kann, ist das ideal! Mir macht es wirklich Freude und ich glaube meinen Gesprächsteilnehmern auch.“
So dürfen Angelica und Rae wieder gespannt sein, wer sich am nächsten Sprachenabend zu ihnen setzen wird und was für Geschichten sich daraus ergeben werden.
„Bar Babylon“, der VHS Sprachenabend, zwanglos und entspannt Fremdsprachen sprechen. Nächster VHS Sprachenabend: 28. November 2012, 20.00 Uhr, Infos und Anmeldung unter www.bar-babylon.ch, sprachenabend(at)bar-babylon.ch.
„Lieber Reden statt Grammatik büffeln“
vhs/sl. Zuerst noch etwas stockend und ab und zu ein deutsches Wort zur Hilfe nehmend, erzählt Jrene Köpfli aus Sins in einfachen Sätzen von ihrer Arbeit, ihrer Familie, von Freunden und Erlebnissen. Auch Silvia Michel aus Wohlen berichtet von sich, ihren Kursbesuchen, von ihren Töchtern und ihrem Mann, der findet, sie solle doch in den Ferien etwas mehr Englisch sprechen. Und genau das tut sie jetzt, zwar nicht in den Ferien, dafür in Muri. Die beiden Damen sitzen am Englisch-Tisch der „Bar Babylon“, dem Sprachenabend der Volkshochschule Oberes Freiamt und nehmen teil an der englischsprachigen Konversation. Jeweils am letzten Mittwochabend des Monats lädt die „Bar Babylon“ im Hotel Ochsen zum fremdsprachigen Austausch ein. Die Gesprächsthemen ergeben sich von selbst. Je nach persönlichem Hintergrund der Teilnehmenden wird über den Job, Freizeit, Kultur, Reisen oder was auch immer gesprochen. Die Unterhaltung wird durch eine sprachkundige Moderatorin angeregt und gesteuert. „Mir ist es sehr sympathisch, nur zu reden statt Grammatik zu büffeln, im Alltag habe ich einfach zu wenig Gelegenheit die Sprache anzuwenden“ begründet Silvia Michel ihre Anwesenheit und fügt hinzu: „Ich bin positiv überrascht, wie angenehm die Gespräche verlaufen und unsere Moderatorin Pamela spricht so deutlich, dass ich sie wirklich gut verstehe.“ Für Jrene Köpfli ist es wichtig, einfach drauf los reden zu können oder aber auch nur zuhören zu dürfen, was die anderen erzählen. „Ganz normale Gesprächssituationen, das ist es, was ich suche.“ Im Sprachkurs habe sie zwar Vieles gelernt, aber in ihren Arbeitsalltag passt das Gelernte irgendwie nie richtig. Die unterschiedlichen Sprachniveaus der Teilnehmer ihrer Gesprächsrunde verursachen keine Schwierigkeiten. „Man kann in jedem Fall nur profitieren“, meinen beide unisono. „Schön finde ich“, schliesst Jrene Köpfli ab, „dass ich hier nicht durch Korrigieren gebremst werde, so kommt das Englisch-Reden erst richtig in Fluss.“ Nach gut anderthalb Stunden „real praktiziertem Englisch“ löst sich die Gruppe wieder auf. Auch am Tisch nebenan verabschieden sich nach einem angeregten Gespräch die Teilnehmer der spanischen Runde. Die italienische Tischrunde hat nicht stattgefunden, braucht es doch mindestens drei Teilnehmende zur Durchführung. Aber wer weiss, vielleicht beim nächsten Mal in der „Bar Babylon“!
Nächster VHS Sprachenabend: 28. November, Infos und Anmeldung unter www.bar-babylon.ch.
Kompliment den Mountainbikerinnen
Biken kann man bei jedem Wetter. Idealerweise möchte man es jedoch schön oder zumindest trocken haben. Leider war das am diesjährigen Mountainbike-Kurs der Volkshochschule Oberes Freiamt meistens nicht der Fall. Umso grösser war das Kompliment von Kursleiter Christian Burkart, Huwiler Sport Muri, an die Teilnehmerinnen. Die Frauen nahmen es sportlich, liessen sich von den oftmals schwierigen Verhältnissen nicht abhalten und übten und feilten fleissig an ihrer Technik. Im nassen Terrain über wurzelreiche Singletrails zu fahren braucht Übung, aber auch die verschiedenen Bremstechniken, im steilen Gelände anfahren, Hindernisse um- und überfahren, optimale Gänge schalten usw. wollen richtig gelernt sein. Nach vier Kursmorgen trennte sich die Gruppe zufrieden, durchnässt und mit vielen neuen Bike-Kniffen im Rucksack.
sg „Froh zu sein bedarf es wenig“! Dass dieses Lied tatsächlich zutrifft, haben am vergangenen Samstag die Altersheimbewohner und die Singenden des Volkshochschulchores wieder einmal mehr erfahren. Im ersten Teil des Konzertes wurden die verschiedensten Lieder vorgetragen, altbekannte Weisen und Volkslieder, fremde Rhythmen und Volkslieder, fremde Rhythmen und rassige Stücke, die vom Chor während der letzten 5 Wochen beschwingt und fröhlich gesungen und geübt worden waren. Anschliessend mischten sich die Chormitglieder unter die anwesenden Altersheimbewohner und es wurde gemeinsam gesungen. Kanons, fröhliche Quodlibets und alte Volkslieder wie „S’isch mer alles eis Ding“, „Det äne am Bergli“, „Chumm, mir wie go Chrieseli günne“, „s’Guggerzytli“, „Himmel und Erde müssen vergehn“, „Le vieux chalet“ und viele mehr. Das Strahlen in den Gesichtern von Bewohnern und Chormitgliedern war Beweis genug, dass der Anlass alle erfreut hat und geschätzt worden ist. Mit ruhigen Klängen wie „Über abendstille Auen“ oder „Neigen sich die Stunden“ wurde das Konzert nach rund einer Stunde beendet. Zu danken war den - zum Teil langjährigen - Chormitgliedern, dem versierten Chorleiter Fritz Berger, der ebenfalls seit Jahren den Chor leitet und mit seiner Begeisterung alle immer wieder mitreisst und begeistert. Und nicht zuletzt dem Altersheim St. Martin, denn es war alles bestens arrangiert und nach dem Konzert durften sich die durstigen Kehlen erfrischen und gegen den Hunger eine feine Bratwurst geniessen. Auch das nächste Jahr wird sich der Chor wieder zusammenfinden. Schon jetzt freuen sich alle darauf.





Wow! Zwei Meister haben sich gefunden und haben zwei wunderbare Produkte zusammengeführt. Und wir durften dabei sein. Wir, das sind die Teilnehmenden des Kurses „Schokolade und Wein“ der Volkshochschule Oberes Freiamt. Die zwei Meister ihres Faches sind Susi Wehrli, Winzerin mit Meisterdiplom und Sensorik-Abschluss aus Küttigen sowie Burkard Kreyenbühl, Bäcker-Konditor und Confiseur aus Muri. Sie haben uns mit ihrem grossen Sachwissen, mit purer Freude und Enthusiasmus in dieses exotische Thema eingeführt.
Schon allein der Titel des Kurses versprach Genuss pur. Begrüsst wurden wir mit einem Schaumwein aus dem Weingut Wehrli in Küttigen, dazu gab es ein feines Plättchen weisser Schokolade mit Blutorangen-Crisps. Gerade die in Schokolade eingebundenen Orangenstücklein unterstrichen oder betonten die Spritzigkeit des Schaumweines. Ein fulminanter Start. Und so ging es weiter. Hervorragende Weine in Kombination mit köstlichen schokoladigen Versuchungen reizten den Gaumen und weckten die Experimentierfreudigkeit. Haben Sie schon mal Schokolade mit einer zarten Spur von fleur de sel genossen? Oder mit einer Olivenfüllung? Zugegeben extravagant, aber mit dem passenden Wein zusammen eröffneten sich die unglaublichsten Geschmacksempfindungen im Mund. Viel Wissenswertes erfuhren wir zudem über den Wein und die Weingebiete, über die richtige Art des Degustierens in Zusammenhang mit Schokolade und die Grundkenntnisse der Sensorik. Von der Herkunft der Kakaobohnen über die Gewinnung, Trocknung, Röstung, das Verarbeiten bis hin zur Kakaomasse und schlussendlich zur Schokolade konnte uns Burkard Kreyenbühl bestens informieren. Ideale Harmonie bedeutet, dass der Schokoladecharakter durch den Wein verstärkt wird und der Weincharakter durch die Schokolade ebenso. Wir wurden aufgemuntert, es zu Hause immer wieder auszuprobieren. Wer dabei unsicher ist, darf sich des Rates der beiden versierten Kursleiter sicher sein.
Jetzt steht das Wochenende vor der Tür, für einige auch die Ferien. Bestimmt gibt es einmal ein Glas Wein. Wir sind um eine Idee reicher, wie wir den Genuss noch toppen können. Wow!

«Was wären meine letzten Worte?»
511 Tage – 10 Länder – 18'000 Kilometer: Referat von Peter Egger in Muri
In 511 Tagen umrundete der mutige Peter Egger die Welt zu Fuss. Dabei durchquerte er mit minimalistischer Ausrüstung zehn Länder und lebte wie ein Obdachloser. In Muri erzählte er auf Einladung der Volkshochschule von seinem Abenteuer.
Wenn Peter Egger zu sprechen beginnt, wird es ganz ruhig im Saal. Denn was der sympathische 28-Jährige zu erzählen hat, lässt vielen den Mund offen stehen. Letzten Freitag erzählte Peter oder «Pesche», wie ihn seine Freunde nennen, mit viel Wärme und Ehrlichkeit von seinen Abenteuern rund um die Welt. Die Zuschauer im Klostergebäude Muri waren begeistert.
Als 5. Kind einer elfköpfigen Familie galt Egger in seinem Heimatdorf Aarwangen schon seit Jugendzeiten als «e Eigete». Als junger Erwachsener hatte er fundamentale Fragen, die ihm niemand beantworten konnte und er entschied sich für ein sehr spezielles Abenteuer. «Dass ich die Welt zu Fuss umrunden wollte, war eine Idee, auf die mich der Allmächtige brachte», erklärte Egger. «Ich hatte fundamentale Fragen an mein Leben und konnte diesen nicht mehr ausweichen.» Zur Vorbereitung der Reise sparte er lange und lebte ein Jahr lang in einer einfachen Hütte. Eine genaue Reiseplanung machte er aber keine. Und dann, am 20.November 2007 lief er los. Zusammen mit Freunden rammte er ein Startholz in den Boden und startete mit einem kleinen Rucksack und selbstgemachten Kleidern Richtung Osten. Das Starholz symbolisierte den Anfang seiner Reise und nach 511 Tagen endete Peter Egger seine Weltreise genau wieder dort.
Übernachtungen bei –34 Grad Celsius
Während seiner ganzen Reise zahlte Peter Egger nur für genau zehn Übernachtungen. Sonst schlief er unter Brücken, in Bahnhöfen oder unter freiem Himmel. Doch diese Nächte waren nicht immer ein Zuckerschlecken. Im tiefsten Winter durchquerte er die Mongolei, wo er ohne Zelt und bei minus 34 Grad Celsius übernachten musste. Um sich beim Gehen bei dieser Kälte warm zu halten, hüpfte und sprintete er kurze Strecken oder boxte mit seinen Händen in die Luft. Pesche lief je nach Wetterverhältnissen durchschnittlich 40 Kilometer pro Tag. Kein Wunder, dass ihm oft seine Füsse schmerzten und er vielmals Blasen und Schwielen an den Füssen hatte.
Ein ganz spezielles Erlebnis hatte er auf dem Weg durch die Mongolei. Ein Steppenbrand bedrohte nämlich ein Bauerndorf. Schreiende Menschen rannten ihm aus dem Rauch entgegen. Sofort liess Pesche seinen Rucksack fallen und half den Bewohnern mehrere Stunden das Feuer mit Schaufeln und Stöcken zu löschen. «Genau deswegen gehe ich zu Fuss. So komme ich nicht nur an die Situationen heran, sondern stecke mittendrin.» Als Dank für die Hilfe durfte er die Nacht auf der Feuerwehrwache verbringen. Zudem bekam er noch ein Diplom für seine Dienste, das ihm später die Einreise nach China erleichterte. Das Fazit für ihn: Hilfsbereitschaft zahlt sich immer aus.
Gefängnis und Verfolgung
Während seinem gewagten Unternehmen erlebte Pesche alles Mögliche und Unmögliche. Er wurde mehrere Male von der Polizei gefasst. Einmal weil er ein angeblicher Attentäter sei und ein anderes Mal nur, weil er aus der Bibel gelesen hatte. Vielerorts, aber vor allem in Russland, wurde er von Kriminellen verfolgt, angegriffen und beklaut. Auch von Krankheit wurde er nicht verschont. Er hatte zum Beispiel eine Vergiftung, die ihm fast das Leben kostete. «Ich lag am Boden und konnte nicht mehr weitergehen.» Da ist es fast ein Wunder, dass Peter Egger im Juli 2009 zusammen mit seiner Verlobten, die ihn in den letzten Tagen begleitete, wieder zu Fuss bei seinem Startholz in Aarwangen eintraf. Sein Abenteuertrip führte Pesche durch Deutschland, Polen, Weissrussland, Russland, die Mongolei, China, die Vereinigten Staaten und Frankreich. Bemerkenswert ist dabei, dass er bis heute keinen einzigen Satz in einer Fremdsprache kennt. Verständigt hat er sich nämlich mit Handzeichen und Zeichnungen. «Auf meiner Reise habe ich Friede, Vergebung und Freiheit gefunden.» Sein Ziel hat er erreicht und die Welt in 511 Tagen zu Fuss umrundet. Vielmals hat der 28-Jährige, sich vor manch brenzliger Situation während seiner Reise gefragt: «Was wären meine letzten Worte?» Klar ist, dass man sicher nicht zum letzten Mal von Peter Egger gehört hat.
Dominique Bitschnau (Wohler Anzeiger)
In Zusammenarbeit mit dem Schwimmtrainer Jens Binder und dem SCRB ging vergangenen Dienstag der Kraulkurs zu Ende. Nach 6 Wochen konnten die Teilnehmenden eine positive Bilanz ziehen.
In etwa so wird die Kraul-Technik beschrieben: Kraulen ist die schnellste Schwimmart, weil durch den wechselseitigen Armzug und den kontinuierlichen Beinschlag ein Antrieb ohne Unterbrechung erzeugt wird. Das Gesicht des Schwimmers blickt zum Grund des Gewässers. Alle 2 bis 5 Armzüge wird der Kopf zum Atmen nicht wie beim Brustschwimmen vollständig aus dem Wasser gehoben, sondern seitlich gedreht. Dadurch bleibt der Körper in der Horizontalen. Die übliche Wende beim Kraulschwimmen ist die Rollwende. Das Kraulschwimmen kann in drei Bewegungszyklen unterteilt werden, den Beinschlag, die Unterwasserphase, gegliedert in Zugphase und Druckphase, und die Schwung- oder Rückholphase. Die Atmung erfolgt in Einklang mit dem Bewegungsrhythmus der Gesamtbewegung.
Soweit, so gut! Was einfach tönt, entpuppte sich in der Umsetzung schon als etwas schwieriger. Obwohl auch der Trainer Jens Binder sagt: „Kraul ist eine einfache Technik, einfacher als Brustschwimmen.“ Mit Hilfsmitteln wie Poolboy, Paddels, Flossen und Schwimmbrett wurden die Arm- und Beintechnik sowie das Gleiten geübt, ebenso wurde die Atemtechnik erprobt. Schon bald gelang den Teilnehmenden jede einzelne Technik meist recht gut. Doch alles zusammen gleichzeitig und ohne Hilfsmittel richtig anwenden, das war das Kunststück! Voll auf die Armbewegung konzentriert, wollten die Beine nicht mehr die richtige Bewegung mitmachen, kaum hatte man Arme und Beine im Griff, tauchte man japsend auf, verflixt, wann nochmal sollte man Atem holen? Beim Üben der Rollwende hat gar manche Teilnehmerin oder Teilnehmer seine Nase mit Wasser gefüllt und gerade elegant sah es nicht immer aus. Aber von Mal zu Mal hatten wir es besser im Griff, die Fortschritte traten rasch ein, so dass wir zum Schluss sagen konnten: „Die richtige Grundlage haben wir, nun heisst es dranbleiben und üben, üben, üben.“ Und das werden wir auch tun, denn wir waren uns einig, Kraulen macht Spass!